60 Jahre

Europäischer

Sozialfonds

Europas wichtigstes Instrument der Arbeitsmarktpolitik

1957 mit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ins Leben gerufen, feiert der Europäische Sozialfonds (ESF) in diesem Jahr sein 60-jähriges Jubiläum. Seit Beginn leistet er als wichtigstes Instrument der Arbeitsmarkt-, Sozial- und Bildungspolitik mit wechselnden Schwerpunkten einen entscheidenden Beitrag zum sozialen Zusammenhalt in Europa: Mit seinen Mitteln werden viele wegweisende Projekte und Maßnahmen zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit durch Ausbildung und Qualifizierung von Millionen Menschen und den Abbau von Benachteiligungen finanziert. Das Ziel des ESF: Faire Bedingungen für jeden Einzelnen zu schaffen, zugleich nationale Arbeitsmärkte zu stärken und so eine Angleichung der Lebensverhältnisse in den EU-Ländern zu erreichen.

Ursprünglich nur für bestimmte Mitgliedsstaaten konzipiert, stehen die Mittel seit rund 30 Jahren allen Ländern der EU zur Verfügung. In Absprache mit der Europäischen Kommission werden sie nach regionalen Erfordernissen eingesetzt.

26 Jahre ESF in Hamburg

Seit 1991 fließen die Mittel aus dem ESF auch direkt nach Hamburg. Die Hansestadt stellt jeweils den gleichen Betrag, der durch den ESF investiert wird, für die Durchführung der Projekte zur Verfügung: In den vergangenen 26 Jahre profitierten etwa 300.000 Menschen in der Elbmetropole vom Europäischen Sozialfonds.

Fakten

Die Hamburger ESF-Förderung in Zahlen

Ergebnisse seit Beginn der Förderung in der Hansestadt

Geld

390 + 390 = 780 Mio. €

390 € an europäischen Mitteln (ESF) und 390 € Mittel der Stadt Hamburg

Projekte gefördert

861

Projekte wurden gefördert

Geld

300.000

Hamburgerinnen & Hamburger wurden in ihrem beruflichen Fortkommen unterstützt

Enge Einbindung in Strategien der Hansestadt

Besonders gewinnbringend für die Bürgerinnen und Bürger ist der ESF immer dann, wenn er bestehende Strategien zur Lösung aktueller Herausforderungen um neue Impulse und innovative, flexible Konzepte ergänzt. Dies erfordert eine enge Verzahnung mit zentralen Ansätzen von Senat und Bürgerschaft in der Arbeits-, Sozial- und Bildungspolitik. In Hamburg tragen die ESF-finanzierten Vorhaben maßgeblich zur erfolgreichen Umsetzung bestehender Strategien bei, unter anderem:

Konkret

Wie profitiert Hamburg von Europa?

Was der Senat mit der Unterstützung aus dem ESF in Hamburg bewirkt, bleibt häufig im Verborgenen - an den folgenden Beispielen wird jedoch deutlich, wie spürbar der Beitrag des ESF in Hamburg ist:

Die Herausforderung:

Nach aktuellen Schätzungen* können zur Zeit bereits mehr als 1000 notwendige Stellen in Einrichtungen der Langzeitpflege, in Krankenhäusern oder bei ambulanten Diensten nicht mit Fachkräften besetzt werden – Tendenz steigend. Der demografische Wandel führt dazu, dass weniger jüngere Menschen für eine Ausbildung zur Verfügung stehen, während die Zahl der Pflegebedürftigen und mit ihr die Nachfrage nach gut ausgebildeten Pflegefachkräften steigt. Ziel verschiedener Vorhaben, die durch den ESF gefördert werden, ist es, junge Menschen für die Ausbildung zu gewinnen und bereits beschäftigte ältere Personen mit Weiterbildungs- und Aufstiegschancen im Beruf zu halten und zu fördern.

Was hat der ESF bisher bewirkt? Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) 2015: Rahmenplanung der pflegerischen Versorgungsstruktur bis 2020

Was hat der ESF bisher bewirkt?

Seit 2011 wurden knapp 700 Hamburger Beschäftigte in der Altenpflege beruflich erfolgreich qualifiziert (durch ESF-Mittel und Unterstützung durch Arbeitgeber in der Altenpflege). Dadurch konnten:

  • etwa 300 zusätzliche Fachkräfte durch berufsbegleitende Nachqualifizierung von Gesundheits- und Pflegeassistenten für die Altenpflege gewonnen werden,
  • über 300 erfahrene Fachkräfte eine Aufstiegsqualifizierung absolvieren, um als Praxisanleiter, verantwortliche Pflegefachkraft, leitende Pflegefachkraft oder Einrichtungsleitung tätig zu sein,
  • 50 ungelernte bzw. gering qualifizierte Beschäftigte einen qualifizierten Abschluss als Gesundheits- und Pflegeassistenten erwerben.
Die Herausforderung in der Altenpflege

Die Herausforderung:

Jugendarbeitslosigkeit ist keine Problematik, die sich nur auf ein knappes Jahrzehnt beschränkt. Sie hat lebenslange Folgen – für die Betroffenen ebenso wie für die Wirtschaft. Wer in jungen Jahren lange ohne Erwerb ist, hat nicht nur in jener Zeit mit sozialen und finanziellen Einschränkungen zu kämpfen und vielfach ein erhöhtes Risiko, in Kriminalität oder Drogenabhängigkeit abzugleiten, sondern sieht sich auch später mit schlechteren Chancen am Arbeitsmarkt und einem geringeren Verdienst bis hin zu Altersarmut konfrontiert. Diese Transfer- und Sozialleistungen belasten die öffentlichen Haushalte und stehen dann für Investitionen zugunsten der Allgemeinheit nicht mehr zur Verfügung.

Was hat der ESF bisher bewirkt?

Was hat der ESF bisher bewirkt?:

Mit dem Wissen, dass jeder Mensch besondere Fähigkeiten besitzt, setzt der ESF auf eine intensive Betreuung von Jugendlichen, um die vorhandenen Problemlagen zu klären und jene Potentiale freizusetzen, die sonst verborgen blieben.

Mit Hilfe des ESF konnten seit 2007...

  • etwa 1.100 langzeitarbeitslose Jugendliche in Ausbildung und Arbeit vermittelt werden
  • und mehr als 1.800 sog. „entkoppelte“ Jugendliche – also solche, die vom bestehenden Hilfesystem gar nicht mehr erreicht werden – zurückgeholt und Schritt für Schritt an Ausbildung und Arbeit herangeführt werden.
Die Herausforderung in der
Jugendarbeitslosigkeit

Die Herausforderung:

Hamburg wächst, die Wirtschafte ebenso und gut ausgebildete Fachkräfte sind in vielen Bereichen Mangelware. Das hat negative Konsequenzen – für einzelne Unternehmen ebenso wie für das gesamte Wirtschaftswachstum und damit letztlich für den Wohlstand aller Hamburgerinnen und Hamburger. Für das langfristige erfolgreiche Wirtschaften ist die berufliche Fort- und Weiterbildung unumgänglich. Die Vorteile liegen auf der Hand: Vermehrte Aufstiegschancen für Beschäftigte, höhere Erträge und bessere Zukunftsperspektiven für Unternehmen. Kundinnen und Kunden profitieren von höherer Qualität sowie verbessertem Service. Zudem können Unternehmen mit gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern und sind weniger Krisenanfälligkeit Mit ca. 637.480 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und 52.470 Betrieben bilden Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) das Rückgrat der Hamburger Wirtschaft. Häufig fehlen dort jedoch die Kapazitäten für eine systematische Qualifizierungsplanung der die Beschäftigten. Darum ist die individuelle und flexible Förderung der beruflichen Weiterbildung seit 2009 fester Bestandteil des ESF in der Hansestadt.

Was hat der ESF bisher bewirkt?

Was hat der ESF bisher bewirkt?

Dank des ESF konnten seit 2007...

  • in den Bereichen Weiterbildung und lebenslanges Lernen eine Steigerung der Beteiligung von rund 60 Prozent der ca. 900.000 Beschäftigten in Hamburger Mittelstandsunternehmen erreicht werden.
  • über 4.000 Hamburgerinnen und Hamburger (vor allem Auszubildende und Ausbildungsverantwortliche) einen berufsbezogenen Auslandsaufenthalt absolvieren, und von den positiven Effekten profitieren. Die erworbenen Sprachkenntnisse, der Einblick in andere Kulturen, der erweiterte Horizont kommt nicht nur den Auszubildenden und Arbeitnehmern zugute, auch die Arbeitgeber profitieren von den neu erworbenen Fähigkeiten.
  • 4.500 zugewanderte Fachkräfte zur Anerkennung ihrer im Herkunftsland erworbenen Abschlüsse beraten und in den Anerkennungsverfahren unterstützt werden, so dass zahlreiche dringend benötigte Fachkräfte zur Verfügung stehen
  • und mehr als 13.000 Hamburgerinnen und Hamburger – darunter Fachkräfte in KMU ebenso wie gering Qualifizierte – wurden bei der Auswahl einer geeigneten beruflichen Weiterbildung beraten. Zudem erhielten Sie Zuschüsse für die Weiterbildungskosten.
Die Herausforderung in der
Fachkräfte- und Nachwuchssicherung

Förderungen 2014-2020

Ein Blick auf die aktuelle Förderperiode

75 Millionen Euro aus dem ESF

75

Millionen Euro
aus dem ESF

75 Millionen Euro aus Mitteln der Hansestadt

75

Millionen Euro
aus Mitteln der Hansestadt

150 Millionen Euro Investitionen in Menschen

150

Millionen Euro
Investitionen in Menschen

Förderungen 2014-2020

Ein Blick auf die aktuelle Förderperiode

78

Projekte initiert

43

Projekte abgeschlossen

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Förderungen 2014-2020

Ein Blick auf die aktuelle Förderperiode

26.500

Personen im Zeitraum von 2014-2016 erreicht, davon u.a.

Geld

2.600

in Ausbildung

Geld

1.400

in Arbeit

Geld

7.500

beruflich qualifiziert

Menschen

Investitionen in Menschen

Nichts macht so deutlich, was die Förderung durch den ESF und die Hansestadt im Rahmen der Projekte für das Leben einzelner Menschen bedeutet, wie die individuellen Geschichten der Teilnehmenden.

Xenia Schakin

Xenia Schakin (20) fand nach der Schule keine geeignete Ausbildung. Im Projekt „come in” lernte sie ihre Stärken kennen und fand den Weg in einen Beruf, auf den sie bereits bestens vorbereitet war.

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Alea Niklaus

Alea Niklaus, 20 Jahre, hat durch das Coachingangebot im Projekt „Ausbildungserfolg in der Pflege verbessern” des Albertinen Diakoniewerks e.V. und der Gesundheitswirtschaft Hamburg GmbH ihre Stärken kennengelernt und erfahren, wie sie am besten lernt. Mit großem Erfolg.

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Nesrin Mahmoud

Nesrin Mahmoud lebt seit rund zwei Jahren in Hamburg. Gerade hat sie ihre Sprachprüfung mit Erfolg bestanden. Mitarbeiter des Projektes „Chancengenerator“ berieten sie bei der Auswahl eines Berufsbildes und halfen ihr mit Bewerbungstrainings sich auf den Hamburger Arbeitsmarkt vorzubereiten. Die Syrerin macht aktuell eine Ausbildung zur Personaldienstleistungskauffrau.

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Katarzyna Odenbach

Katarzyna Odenbach, Jahrgang 1972, bildete sich mit Unterstützung der „3. Hamburger Qualifizierungsoffensive in der Altenpflege“ während ihrer beruflichen Tätigkeit als Pflegehelferin in einem Altenpflegeheim zur Gesundheits- und Pflegeassistentin weiter. Mit der verkürzten Ausbildung zur Altenpflegerin macht sie inzwischen den nächsten Schritt.

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Siyad

Siyad, 22 Jahre aus Mogadischu (Somalia) ist vom Träger Veddel aktiv e.V., einem Träger von "Jugend Aktiv Plus" bei der sozialen und beruflichen Integration unterstützt worden.

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Die Perspektive der Menschen im ESF:

Schulmentoren

Jugend aktiv Plus

Pro Exzellenzia

Frühstart für Erfolg

dual & inklusive